Balken01a


“Drachenblut” 03
 

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Einige Stunden später stöhnte Alur und wachte langsam auf, denn er hatte einen totalen Blackout gehabt. Er fühlte jetzt die festen Arme, die ihn umklammert hielten, den warmen Oberkörper an seinem Rücken und vor allem die Männlichkeit, die in ihm eingeführt war. Er roch aber auch den Samen, in dem sie lagen, und stöhnte leise auf. Allein, daß er sich leicht bewegte, erregte ihn. Diesmal nahm Alur es bewußt wahr und fühlte, wie tief die im Moment nur leicht erregte Männlichkeit in ihm war. 'Verdammt !' fluchte er in Gedanken über sich selbst.

Langsam wachte auch Gideon auf und grollte wohlig, da er so satt war wie noch nie - und der schlankere Körper in seinen Armen fühlte sich einfach nur herrlich an. Dabei verstärkte sich sein Griff instinktiv, ehe er wieder lockerer wurde und Gideon tief an dem warmen Nacken einatmete, der vor ihm lag. "Verdammt ... das fühlt sich herrlich an. Und du riechst so gut, ich könnte dich fressen." Die Worte waren fast zu leise, um gehört zu werden ... doch Gideon meinte sie so und knabberte sanft an dem Ohr Alurs, ehe er wieder tief einatmete und sich ein wenig wunderte.

Scheinbar war Gideon noch nicht so wach daß er sich erinnerte, mit wem er jetzt noch verbunden war. Alur bekam nur eine wohlige Gänsehaut, als er das Ohrknabbern fühlte, und dazu den warme Atem. Die Worte konnte er aber auch gut hören und es ließ den Drachen nun doch sacht lächeln. Eine seiner Hände hob sich und er berührte den Nacken des Schwarzhaarigen, und konnte es nicht lassen. Er kraulte ihn dort sanft und spannte seine Pomuskeln an, um ihn sacht zu erregen. „Ich will dich.“ sprach er leise. Daß sie schon Sex hatten, war ersichtlich - aber er wollte jetzt welchen haben, an den er sich erinnern konnte.

Als der Schlankere sich leicht um ihn anspannte knurrte Gideon wohlig, und auch das Kraulen fühlte sich überraschend gut an. Also zog er den hellen Körper noch ein wenig mehr an sich heran und bewegte langsam seine Hüften, ehe er mit der oben liegenden Rechten runter zu der erstarkenden Männlichkeit des Weißen streichelte und sie dann umfaßte. "Hmmmm ... das fühlt sich verdammt gut an." Das tat es unerwarteterweise wirklich und auch wenn Gideon nun wacher war und wußte, mit wem er sich vereinigte, so fühlte es sich viel zu gut an und er wollte es auskosten.

Gideon war deutlich ruhiger und Alur merkte, daß dessen Aggression wirklich weg war. Aber jetzt wollte der Schlankere genießen, und kam den sachten Stößen entgegen. Er drehte nun aber auch seinen Kopf ein wenig, und so konnten seine Lippen die des Schwarzhaarigen erreichen. Er küßte ihn, und öffnete dann seinen Mund, um die Zunge von Gideon einzuladen.

Eine Aufforderung, welcher der Große mehr als nur gerne entgegenkam und als sie diesen Kuß vertieften, grollte er wieder wohlig und drehte sich ein wenig mit Alur, so daß er mit der Linken dessen Kopfseite umfassen und ihn damit stützen konnte. Dabei blieb Gideon so ruhig und kostete es aus, langsam in den weichen und willigen Leib des Weißen zu kommen, während sie sich ebenso langsam und fast schon sanft küßten. Gideon hatte bisher nicht sehr viel Sex gehabt, da die Meisten ihn und auch die Größe seiner Männlichkeit fürchteten ... und wenn, dann war es schnell und hart gewesen, und niemals so wie jetzt.

Alur genoß jetzt, daß es langsamer Sex war und grollte nun doch immer wieder leicht auf, wenn die Spitze der Härte an seinem Lustpunkt vorbeikam. Denn danach fühlte er es noch weiter, und kam dem Stoß soweit entgegen, bis er die komplette Härte in sich aufgenommen hatte. Das jetzt wirklich zu fühlen, war für ihn absolut neu ... denn wenn er sich ausnahmsweise von Menschenmännern hatte nehmen lassen, war es nicht mal annähernd so schön gewesen. Daher kam er jetzt schon fast, aber er versuchte, es noch ein, zwei Stöße durchzuhalten.

So wie es auch für Gideon viel schöner als jeglicher anderer Sex war, den er bisher hatte. Kein Mann konnte ihn bisher völlig aufnehmen - und das auch noch fühlbar willig. Da sie nun langsamer und inniger Sex hatten, spürte der große Schwarzhaarige, wie Alur sich verspannte - und als dieser kam, hielt ihn Gideon eng an sich und biß sacht in dessen Hals, ehe er sich selbst gehen ließ und sich leise keuchend in dem Schlankeren ergoß. Erst nach einigen Herzschlägen löste er den Biß wieder und leckte über die sich schon schließenden, kleinen Wunden und lächelte unwillkürlich, ehe er die Rechte anhob und den Samen des Weißen ableckte.

„Ich denke, es schmeckt dir gut.“ Mit den Worten löste Alur sich nun langsam und drehte sich herum. Jetzt konnten sie sich zum ersten Mal direkt ansehen und sich in die Augen sehen, so daß der Silberblonde sein Gegenüber noch einmal sacht küßte. „Ich denke, wir sollten jetzt baden ... wir waren wohl ziemlich wild gewesen. Ach ja, ich heiße Alur.“ Er lächelte nun und stellte sich vor. Das Baden wir wirklich nötig, denn beim Umdrehen hatte er gemerkt, daß sie das Fell komplett versaut hatten, und alles klebte.

"Das ... ist eine Untertreibung. Wir waren mehr als nur wild, soviel weiß ich noch. Und daß ich so satt und befriedigt bin wie noch nie zuvor. Ich bin Gideon ... und ja, wir sollten baden. Hast du vielleicht auch ein anderes Fell ? Das hier ist ziemlich im Eimer." Als er endete, lächelte Gideon leicht und hob seine saubere Hand, um eine der hellen Haarsträhnen Alurs hinterzustreichen ... es war wieder eine unbewußte Reaktion, doch er genoß es, so wie die Nähe des schlankeren Drachen.

Das Lächeln war sehr schön und zeigte, daß Gideon doch einen weichen Kern hatte. „Wir liegen nur auf einem Bodenfell, ich hatte es zum Glück nicht mehr ins Schlafnest geschafft.“ Alur genoß kurz, daß sein Haar berührt wurde, löste sich dann aber und richtete sich langsam auf. Dabei fühlte er etwas, und legte kurz seine Hand auf seinen Bauch. Jetzt wußte er, was passiert war ... aber das wollte er Gideon jetzt noch nicht erzählen. „Du hast ganz schön große Potenz.“ sprach er leise, stand dann ganz auf und war froh, noch immer auf dem Fell zu stehen ... denn an seinen Oberschenkeln lief doch noch ihr Kommen von eben herunter.

Inzwischen war auch Gideon aufgestanden und neigte sich etwas herab, nahm Alur kurzerhand auf seine Arme und schmunzelte kurz, als dieser erschrak und seine Arme um den starken Nacken des Größeren schlang. "Danke ... bisher hielt das nur keiner aus, du bist der Erste. Hast du hier eine Möglichkeit, zu baden ? Oder müssen wir zum Fluß ?"

Es war das erste Mal, daß Alur auf den Armen getragen wurde, und er war anfange ausnahmsweise kurz verlegen. Aber es fühlte sich doch irgendwie sehr gut an, und so ließ er es zu. „Du bist der Erste, der mich ganz ausfüllt. Und ich führe dich zum Badebereich ... ich bin Drache, und genieße gern heißes Baden.“ Als Gideon losging, bemerkte Alur aber, wie er die Kette noch hinter sich herzog. „Wenn wir da sind, öffne ich die Fußfessel.“ Seine Menschenkrallenform war der Schlüssel, und so konnte er sie öffnen, wenn sie im Badebereich ankamen. Er lag etwas weiter hinten, und auf dem Weg dorthin wurde es wärmer.

"Hm ? Die habe ich gar nicht bemerkt aber es wäre gut, wenn du sie mir abnimmst. Ah, es wird wärmer - ich mag Hitze,  und ich mag es auch zu baden. Die Menschen baden oft nicht, sie stinken." Als sie dann im Bereich mit den großen Becken ankamen nickte Gideon, ehe er zu dem etwas kleineren Becken ging, das für die Menschformen ausgelegt war.

Vor dem Becken ließ Alur sich absetzen, auch wenn er das Tragen genossen hatte. „Ja, der Schmied ist okay, aber im Gasthaus kann es unerträglich werden.“ Nebenher nahm er rasch einen Eimer, der dort stand, tauchte ihn ins Wasser und übergoß sich mit dem Wasser. Das tat er dreimal, dann war er vorgewaschen, denn auch wenn das Wasser in den Becken abfloß, so wie jetzt wollte er nicht direkt einsteigen. Aber er hockte sich jetzt hin, formte seine Krallen und öffnete mit einer davon das Schloß der Fußfessel.

Dabei hatte ihm Gideon zugesehen und nickte erleichtert, als das Metall sich löste. Dann trat er einen Schritt zurück und ließ Feuer in seinen Händen erwachen, kurz über seinen Körper gleiten und nahm dann ebenfalls den Eimer, um sich das Wasser über den Körper zu gießen und die restliche Asche abzuwaschen. "Ja, der Schmied ist überraschend sauber, zum Glück ... und auch sehr gut, er hat meinen Speer meisterhaft geschärft. Genießen wir ein wenig das heiße Wasser, dabei können wir reden. Ja ?"

„Sehr gern, und ich muß dir eh gleich etwas sagen. Ach ja, deinen Speer hab ich nicht mehr mitnehmen können, ich hatte keine Zeit wegen dem Gift. Aber wir holen ihn später wieder aus dem Baum heraus.“ Während er sprach, stieg Alur in das Wasserbecken und seufzte wohlig, dann tauchte er kurz unter und nach kurzem wieder auf.

Währenddessen war auch Gideon in das Becken gestiegen und schmunzelte kurz, griff sich den Schlankeren kurzerhand und zog ihn wieder an sich und zwischen seine Beine, als er sich bequemer hinterlehnte, und die Arme um Alur schlang. "Mein Speer kann auch noch ein paar Tage in dem Baum steckenbleiben - er ist aus Stahl, das in meiner Drachenflamme gehärtet wurde, er rostet nicht. Ich möchte viel lieber noch ein wenig Zeit mit dir verbringen, Alur ... bei dir bin ich überhaupt nicht aggressiv, im Gegenteil. Irgendwie ... springt bei dir mein Beschützerinstinkt an, so wie bei den Jungdrachen ... denen konnte ich auch nichts tun, generell keinen Kindern. Aber bei dir ist es irgendwie noch mehr - und tiefer. Kannst du mir das erklären ?"

Alur genoß es gerade und schmiegte sich an Gideon. Er hatte geahnt, daß diese Fragen kommen würden und das war auch das, was er ihm erzählen wollte. „Genau darüber wollte ich gleich mit dir reden. Was Kinder angeht, wir Drachen greifen keine Jungdrachen an. Und Menschenkinder sind auch Jungtiere, und du bist ja unter Menschen groß geworden. Aber dein Drachenblut wirkt auch bei Jungdrachen. Ich denke Karach, dein Drachennvater, hätte dich auch großgezogen. Etwas rauer als Andere, aber er hätte es getan.“ Er wußte, daß er da in eine kleine Wunde stach, aber so war es garantiert.

Bei den ersten Sätzen nickte der Halbdrache, doch bei dem Letzeren schnaubte er leise und streichelte mit der Rechten über den Rücken Alurs, als er ihm antwortete. "Der alte Arsch hat mich gehaßt, sobald er mich sah - er brüllte mich an, daß ich eine Abart sei und niemals hätte leben dürfen. Daß er meine Mutter lieber gleich zerrissen hätte, anstatt sie leben zu lassen. Ich wurde so wütend, daß mein Feuer so heiß wurde wie nie zuvor - und ich konnte dem Arsch damit ein Auge ausbrennen, das zweite Auge stach ich ihm mit dem Speer aus, ehe ich ihn killte. Er dachte doch wirklich, daß meine Mutter die Gefährtin meines Onkels gewesen wäre, der vor mir der beste Drachenjäger war - aber sie war seine Schwester und überlebte schwer verletzt, bis er zurückkam und sie mit einem Heiltrank heilte. Als meine Mutter merkte, daß sie mir mir schwanger war nahm sie meinem Onkel das Versprechen ab, mich aufzuziehen und auszubilden, damit ich sie rächen konnte - und er versprach es ihr und hielt sein Versprechen auch, als die Geburt sie umbrachte. Mein Onkel war mir mehr Vater als das miese Arschloch, das mich zeugte und mir ins Gesicht sagte, daß ich weniger wert sei als der Staub unter seinen Krallen - und ich fühlte mich verdammt gut, als ich ihn häutete, sein Herz aß und mir aus seiner Haut, seinen Fängen und seinen Krallen meine Rüstung fertigte."

Man sah den Haß, den Gideon hatte und Alur seufzte innerlich, aber er konnte es wegen dem, was passiert war, doch verstehen. „Ich verstehe ... er war schon immer schnell gereizt. Ich denke, irgendwas ist nachdem ich mit ihm vor etwa 200 Jahren zu tun hatte, passiert, das seinen Verstand dann komplett hat durchdrehen lassen. Und die Rache an ihm stand dir auch zu.“ Es stand ihm wirkich zu, denn auch Drachen fochten untereinander Rachekämpfe. Selten, aber sie taten es. Meist, wenn es um getöteten Nachwuchs ging, oder um das Stehlen eines Gefährten, der Nachwuchs in sich trug. Vielleicht dachte Karach, daß dieser Drachenjäger seine Frau gestohlen hatte, die seinen Nachwuchs in sich trug. Unbewußt berührte Alur seinen Bauch und seufzte leise ... allein der Gedanke daran ließ seine Augen kurz aufflammen. Vielleicht war so etwas passiert, aber er wollte jetzt doch irgendwie nicht mehr daran denken und weiter nachfragen. Es konnte auch etwas anderes gewesen sein.

"Ich kann es dir nicht sagen ... aber ich bin froh, daß er dich damals nicht bekommen hat. Mhmmm, du fühlst dich einfach nur gut an, und riechst so herrlich. Aber wieso berührst du immer wieder deinen Bauch ? Habe ich dir Schmerzen zugefügt ?" Der größere Drachenjäger hoffte, daß er sich irrte, denn gerade Alur wollte er nicht verletzen, auch wenn er noch immer nicht verstand, wieso das so war.

„Ich war damals noch nicht so weit, wie ich es jetzt war. Ich rieche so gut, weil du so gut gerochen hast. Dein Geruch zeigte mir deine Stärke und daß du würdig bist, einige Zeit mein Gefährte zu sein. Auch wenn du ein Halbblut bist ... du scheinst würdig zu sein.“ Alur lächelte jetzt und sprach es dann aus. „Das lustvolle Übereinanderherfallen war, weil ich zum Befruchten bereit war ... sonst hätte ich wohl eher dich bestiegen. Also, du wirst Vater.“

Im ersten Moment war Gideon viel zu verdattert, um etwas zu sagen, sondern war nur dazu fähig, Alur mit großen Augen anzublicken ... dann schluckte er schwer und wisperte ein leises "Wa...s ?", ehe er noch einmal schluckte und dann langsam zu lächeln begann. "Also stimmen die Legenden doch, daß manche männliche Drachen auch Eier bekommen können. Und du ... trägst nun meines ? Wirklich ?"

Der Anblick war wirklich herrlich und Alur grinste breit. „Ich bin ein Mischling, mein Teil aus dem Osten hat keine Weibchen, und ich hab es wohl auch geerbt. Und es werden zwei Eier.“ Jetzt grinste er wieder und lachte, denn jetzt sah der Schwarzhaarige noch überraschter aus und wurde sogar ein wenig blaß. Kurzerhand nahm Alur dessen Hand und drückte sie auf seinen Bauch, wo seine befruchteten Eier waren. Die Schale würde sich nach und nach zum Schutz um sie herum bilden, aber jetzt entwickelten sie sich erst. Trotzdem konnte man das entstehende Leben fühlen.

Der Gedanke, daß es sogar zwei Eier waren, hatte Gideon sichtbar verblüfft ... doch als er jetzt sah und spürte, wie der Schlankere seine Heilmagie mit ihm teilte lächelte Gideon wieder, denn er konnte die beiden gerade entstandenen Drachenkinder spüren. Und er spürte auch, daß sie beide Feuermagie trugen und es ließ ihn schmunzeln, ehe er Alur wieder in einen Kuß zog und danach seine Stirn an dessen legte. "Du bist ein Wunder, Alur ... ein Wunder. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich die Kleinen aufwachsen sehen könnte ... ich mag Kinder, das habe ich schon immer. Und diese beiden sind auch noch von uns, das ist ... ein Wunder." Denn der Größere hatte sich schon damit abgefunden, niemals eigene Kinder haben zu können, da er keinerlei Interesse an Frauen hatte ... und nun sagte ihm dieser wunderschöne Drache, daß er sogar zwei von ihm empfangen hatte.

„Ja, daß du Kinder magst, habe ich mitbekommen. Und ich erlaube dir, daß du bei mir bleiben kannst. Die zwei sollen gut aufwachsen ... aber du wirst das Drachentöten aufgeben. Ich denke, die Anforderung ist nicht nötig, man sieht es dir jetzt an.“ Gideons ganze Wut auf Drachen war eindeutig verschwunden.

Doch seine anfängliche Freude versiegte, als er die Forderung Alurs hörte und Gideon seufzte leise, als er ihm antwortete. "Das kann ich nicht, Alur. Es gibt genug Drachen, die wie stehendes Wasser böse und rachsüchtig werden, oder einfach nur grausam sind durch ihre Stärke - die werde ich weiterhin töten. Aber vielleicht reicht es dir ja, daß ich nur noch diese töte ? Jungdrachen ließ ich immer in Ruhe, und wenn friedliche Drachen mich in Ruhe ließen, diese auch."

Auch Alur war kurz ernster und überlegte einen Moment, dann seufzte er aber und nickte. „Also gut ... abgemacht.“ Er stimmte zu und wurde plötzlich etwas verlegen, denn sein Magen knurrte ziemlich extrem laut. „Oh ...“ kam einen Moment später von ihm. „Ich denke, wir essen was.“

Und das wiederum ließ Gideon leise lachen und er nickte, stand auf und hob den Schlankeren einfach aus dem Becken heraus, ehe er selbst herausstieg. "Das ist kein Wunder - du hast nun noch zwei Kleine zu versorgen, das will ausgeglichen werden. Hast du genug hier ? Oder soll ich jagen gehen ? Ich gehe erst Morgen wieder ins Dorf, wenn wir uns etwas überlegt haben. Hast du vielleicht eine alte Haut hier, die ich als Beweis dafür nehmen kann, daß ich dich getötet habe ? Dann kann ich sagen, daß ich nun mit dem Salzhändler in den Drachenhöhlen lebe, und du hast deine Ruhe vor den Idioten, die dich töten wollen. Und natürlich werde ich Fleisch für dich besorgen."

Die Haut Alurs trocknete gleich durch die Feuermagie, die er nutzte, und er lächelte wieder sacht. „Ich hab einen guten Vorrat für einige Tage. Also jetzt müssen wir nicht jagen, wir essen uns satt.“ Wegen der Idee überlegte Alur aber noch, denn die Menschen aus dem Dorf würden von nun auch auch in dem gesperrten Waldgebiet jagen gehen. „Sie werden jetzt aber dem Hort nahe kommen.“ Zwar würden keine Drachenjäger mehr kommen, aber sein eigenes Jagdrevier würde eingeschränkt werden. „Wenn, mußt du den Bereich für dich einfordern, damit Dörfler wegbleiben. Und wegen einem Beweis - du bekommst Schuppen von mir, ich habe hier zwar Reste von meinem letzten Wachstumshäuten, aber die sind schon zu trocken. Und ein paar meiner Drachenhaare bekommst du auch, als Beweis zum Zeigen.“ So war es besser, und er würde ein bis zwei Schuppen dafür hergeben.

"Gut, daß du Heilmagie hast - ich könnte es nicht ertragen, wenn du dir die Schuppen herausbrechen müßtest. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich schon einen Teil deines Horts als Bezahlung verlangt - ich sage ihnen jetzt, daß ich alles will, und auch dein Revier. Und wenn sie nicht spuren und es mir überschreiben, dann brenne ich erst einmal ein Haus nieder, und fordere es dann noch einmal. Und es ist auch deshalb wichtig, daß es überall verbreitet wird, damit kein anderer Drache auf die Idee kommt, dein Revier für sich zu fordern - der Grund dürfte ihnen einleuchten." Auch Gideon war schon trocken da er als Mischling ebenfalls eine höhere Körpertemperatur hatte und zog Alur noch einmal in einen feurigen Kuß, ehe er weich an dessen Lippen knurrte und lächelte. "Und nun essen wir, ja ?"

„Keine Sorge - es tut zwar kurz weh, aber sie ersetzen sich schnell wieder, und auch das Haar wird schnell nachwachsen. Und nun folge mir.“ Alur ging nur vor zu der Vorratshöhle, und die war wirklich gut gefüllt. „Ich nutze auch für meinen Vorrat das Salz, aber auch mit Kräutern und Salz. Für Notfälle, und einen Teil verkaufe ich auch im Dorf.“ Er ging gleich zu einigen Wildkeulen, und nahm sie ab.

Natürlich war ihm Gideon gefolgt und nahm ihm zwei der Keulen ab, ehe er kurz nickte. "Das ist schon einmal ein guter Anfang - aber nicht nur, das wäre zuviel Salz. Soll ich uns etwas Frisches jagen ? Oder erst später ? Ich bin ehrlich ... ich würde gerne noch ein wenig Zeit mit dir verbringen, und dich genießen. Es ist sehr ungewohnt für mich aber ich spüre, daß es wichtig ist, und ich sehne mich irgendwie danach ... das hatte ich bisher noch nie, aber bei dir möchte ich es."

„Es ist mild gemacht, und nicht extrem salzig, Aber es ist wirklich nur für den ersten Happen. Wir jagen nachher gern zusammen, wenn die Sonne ganz untergegangen ist.“ Denn es war noch hell draußen, und er würde nur bei voller Nacht jagen. Alur nahm jetzt aber noch einige der Beeren, die es im Frühsommer gab, und auch die hatte er getrocknet. Er aß nicht nur Fleisch, sondern auch, was er im Wald fand. Dazu mochte er hin und wieder Süßes und jetzt wollte er es auch genießen. „Hast du Schwingen ? Wegen dem Jagen, weil ohne kommst du hier nicht runter, außer ich trage dich dann. Also wenn du keine Schwingen hast.“ Der Hort von Alur war für Menschen nur durch Klettern zu erreichen, und selbst das war für sie sehr gefährlich.

"Ja, ich habe Schwingen ... ich nutze sie nicht sehr oft, trainiere aber immer wieder mit ihnen, damit ich sie im Notfall nutzen kann. Und es ist gut, daß du nicht nur Fleisch ißt, das gefällt mir." Gideon antwortete zunächst nur auf das und trug dann die Keulen in den Hauptraum, legte sie dort auf ein großes Brett aus Schiefer und grinste kurz, als er schließlich weitersprach. "Und ich jage gerne mit dir, Alur - auch wenn ich sicherlich nicht so gut wie du fliegen kann."

„Gut - und du wirst hier lernen, besser zu fliegen. Und ich bin nicht immer in meiner Drachengestalt unterwegs, sondern auch in der Menschenform.“ Kaum hatte Alur ausgesprochen, tauchten die Schwingen in seiner Menschengestalt auf, dazu natürlich auch die Krallen und Fänge. So flog er eher durch den Wald ... seine Drachengestalt kam zwar klar und war dort agiler als andere Drachen, aber er würde die Bäume doch schneller beschädigen. „Zeig mir deine.“

Daß Alur so forderte, war ungewohnt für Gideon - doch irgendwie mochte er es und nickte langsam, ehe auch er seine Schwingen formte, da er schon wie Alur die Schuppenhaut, Krallen und Fänge trug. Seine Schwingen waren im Gegensatz zu der Schuppenhaut, die noch immer seine Hautfarbe trug, tiefschwarz - und damit wunderbar dafür geeignet, in der Nacht zu fliegen. "Auch in dieser Form siehst du wunderschön aus, Alur. Zum Glück können wir riechen und hören, wenn Menschen in der Nähe sein sollten - denn das herrliche Weiß deiner Schwingen und deiner Haut fällt selbst Nachts ein wenig auf."

Alur kam gleich zu Gideon und berührte sacht dessen schwarze Schwingen, und seufzte dann leise. „Ja, selbst so ist es ein Problem. Ich bin zwar kein Albino, aber meine Schuppen sind nicht matt - sie reflektieren selbst das Mondlicht, und schimmern wie Silber und auch ein Hauch von Gold.“ Er hatte bisher überlebt - in seinem Geburtsland wohl eher, aber als Mischling wurde er dort doch nicht mehr geduldet, als er alt genug war, um selber klarzukommen. Man sah ihm kurz an, daß er daran dachte ... aber dann wandelte er sich wieder in Menschenform und lächelte. „Deine schönen, schwarzen Schwingen werden wir auf jeden Fall gut trainieren, sie sind zwar stark, aber sie bekommen dann noch mehr Kraft.“ Er sah an den Schwingenmuskeln, daß sie nicht komplett trainiert waren. Der Körper war aber komplett austrainiert, und wirklich anziehend. Nur sein erneutes Magenknurren lenkte Alur wieder ab. „Jetzt aber essen.“

Als der schlankere Drache seine Schwingen berührte, erschauerte Gideon leicht, da es sich so gut anfühlte ... doch auch er formte sich wieder in seine normale Menschengestalt zurück und nickte, als sie sich setzten und nach den Keulen griffen. "Ich weiß, daß ich sie mehr trainieren muß - ich hatte nur bisher kaum Gelegenheit dazu, da es zu sehr auffiel. Hier ist mehr Ruhe, da geht das auch besser. Vor allem, wenn ich im Dorf dafür gesorgt habe, daß Niemand mehr herkommt, dann haben wir viel mehr Zeit für solche Dinge." Dann biß er ab und knurrte weich, denn das Fleisch der Keule war wirklich nicht zu salzig und schmeckte fantastisch.

Alur hatte nur noch genickt, denn er hatte auch schon abgebissen und stillte seinen ersten Hunger. Daß es Gideon schmeckte ließ ihn dann aber doch kurz lächeln, denn was Lebensmittellagern anging und gerade beim Umgang mit Salz hatte Alur viel Erfahrung. Er war ja auch schon ein paar hundert Jahre am Leben, und hatte viel Zeit gehabt, sich damit zu beschäftigen. Aber jetzt biß er wieder ab, und nach dem Essen konnten sie noch weiter Zeit miteinander verbringen und reden.

 

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